Helmut-Simon-Preis für den Stadtteiltreff Gonsenheim

Der „Stadtteiltreff Gonsenheim" ist Träger des diesjährigen Helmut-Simon-Preises der Diakonie in Rheinland-Pfalz.

Kurt Beck, Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz und Schirmherr des Preises, überreichte am 27. November 2012 in Anwesenheit von Helmut Simon und seiner Gattin im Festsaal der Staatskanzlei die Urkunde an Eva Krenz und Stephan Hesping, Mitarbeitende des Projekts aus Mainz. Der mit 4.000 Euro dotierte erste Preis geht damit an ein Projekt, das im gutsituierten Stadtteil der Landeshauptstadt Mainz Armut und soziale Ausgrenzung zum Thema macht. Über 6.000 Menschen aus 80 Nationen leben in einer Hochhaussiedlung am Rande von Gonsenheim, dort setzen sich die Mitglieder des Vereins für eine gute Gemeinwesenarbeit ein.

Ministerpräsident Beck dankte allen Preisträgern für ihr Engagement und ihre Kreativität in den Projekten: „Mich hat die überwiegend ehrenamtliche Arbeit der Preisträger sehr beeindruckt und ich freue mich, mit der Auszeichnung diese Leistungen bekannt zu machen. Ihr Einsatz dient als Vorbild und ist zur Nachahmung empfohlen.“

Der in diesem Jahr mit insgesamt 12.000 Euro dotierte Preis ist nach dem ehemaligen Bundesverfassungsrichter Helmut Simon benannt. „Es muss um die Würde von Menschen gehen, die auf Hilfen für ein gelingendes Leben und eine verlässliche Lebensplanung angewiesen sind. Dafür steht dieser Preis, dessen Namensgeber ich gerne geworden bin“, sagte Simon, der am Abend der Preisverleihung anwesend war.

Stichwort: Helmut Simon

Der 1922 geborene Helmut Simon begann im Mai 1953 seine richterliche Tätigkeit am Landgericht in Düsseldorf. Von dort wurde er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Bundesgerichtshof abgeordnet. Anschließend erfolgte die Ernennung zum Richter am Oberlandesgericht Düsseldorf. Im Jahr 1965 wurde Helmut Simon zum Richter am Bundesgerichtshof gewählt, im Juni 1970 erfolgte die Ernennung zum Richter des Bundesverfassungsgerichts im Ersten Senat. Diesem gehörte er – nach Wiederwahl im September 1975 – bis zum Eintritt in den Ruhestand im November 1987 an. Neben seiner richterlichen Tätigkeit war Helmut Simon in vielerlei Hinsicht gesellschaftlich und kirchlich engagiert. So war er von 1970 bis 1995 Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Als Präsident stand er diesem von 1975 bis 1977 und von 1987 bis 1989 vor. Darüber hinaus war er unter anderem mehrere Jahre lang Deutscher Delegierter für das Antirassismus-Programm des Ökumenischen Rates der Kirchen mit Sitz in Genf.

 

Träger des Preises sind das Diakonische Werk in Hessen und Nassau, dessen Vorstandsvorsitzender Dr. Wolfgang Gern den Preis im Jahr 2005 ins Leben gerufen hatte, das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche der Pfalz sowie die Diakonie in Rheinland-Westfalen-Lippe.